Facebooks Deals sind eine Gefahr für die Pressefreiheit


Facebook macht jetzt exklusive Deals mit Buzzfeeds und NY Times, in Deutschland mit BILD und SpOn. Die Unternehmen werden am Werbeumsatz von Facebook rund um ihre Posts beteiligt, wenn sie die Artikel in voller Länge auf Facebook veröffentlichen. Ähnliche Deals mit Ausschüttungen von Werbe-Geldern hat Facebook auch für ausgewählte große Bewegtbild-Lieferanten, wie die amerikanische NBA abgeschlossen. Ausgewählte große YouTuber sollen die nächsten auf der FB-Einkaufsliste sein.

Ich sehe darin ein echtes Gefahrenpotential für die Pressefreiheit. Stattdessen diskutieren deutsche Medien immer wieder das sog. Leistungsschutzrecht, dass sie von Google fordern.

Google wird immer vorgeworfen sie würden mit Google News ihr Monopol ausnutzen. Dabei hat Google mit Google News nur eine Suchmaschine geschaffen, in der sich jede Nachrichtenseite eintragen und jederzeit auch wieder austragen konnte. Sogar mein Studentenportal webMoritz.de wurde dort aufgenommen.

Google wird nun jedoch von den dt. Verlagen mit dem Leistungsschutzrecht nach dem Leben getrachtet (zumindestens soll Google aber 11% des globalen Umsatzes an dt. Verleger zahlen (und nur an die). Heute findet deshalb eine Anhörung vor dem deutschen Patenamt statt. Google hat zudem eine formelle Untersuchung beim EU-Wettbewerbskommissar und EU-Parlament und SPD-Chef Sigmar Gabriel fordern sogar die Zerschlagung von Google.

Anders als Google verdient Facebook jedoch seit Jahren schon mit den Snippets der Online-Medien Geld. Denn überall im Newsstream von Facebook, wo der „heilige Content“ der Zeitungen zu finden ist, schaltet Facebook seit Jahren Werbung und verdient Millarden.

Hier Leistungsschutz-Geld zu fordern, kam den Verlegern bisher jedoch nie in den Sinn. Und anders als bei den Suchmaschinen, gibt es wirklich ein halbwegs solides Monopol. Anders als bei Goolge (vs. Bing) kann ich nicht einfach von Facebook zu MySpace wechseln. Ein ernsthaft vergleichbar großes Sozialen Netzwerke als Facebook gibt es nicht.

Und mit dem neuen Schritt nun exklusive Deals für einige Zeitungen anzubieten, diskriminiert Facebook *alle anderen Zeitungen*, die keinen Deal haben. Vor allem jedoch Blogs und kleine Medien, die vermutlich auch in einer Million Jahren nie einen Deal mit Facebook zur Umsatzbeteiligung bekommen werden.

Google hingegen hat zumindest stets alle Medien gleich behandelt und so darauf geachtet, dass niemand diskriminiert wird, ja sogar im Wettbewerb auch neue Medien eine Chance haben. Facebook scheint das egal zu sein. Ohne Deal mit FB verdiene ich nichts auf FB, die großen Medien schon. Eine größere Diskriminierung kann es eigentlich nicht geben.

Wenn jemals Wettbewerbshüter & Medienrechtler aktiv werden sollten, dann doch hier? Und nicht beim Leistungsschutzrecht, was stets eine freiwiliges Angebot von Google war, das allen offen stand.