Bücher, die mich bewegen
Im Folgenden ein paar Bücher, die sehr empfehle:

Joseph E. Stiglitz: Globalization and its Discontents
Der Autor ist amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und erhielt 2001 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Von 1993 bis 1997 war er als Wirtschaftsberater von US-Präsident Clinton tätig, bevor er anschließend drei Jahre Chefvolkswirt bei der Weltbank wurde. Als deren Vizepräsident erlebte er hautnah, wie der wirtschaftliche Neoliberalismus seinen Siegeszug um den Erdball antrat und wie die Ideologie des freien Marktes dabei die Volkswirtschaften mehrerer Länder ruinierte. Der Autor beschreibt, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank instrumentalisiert wurden, um die Interessen der Finanzwirtschaft und der multinationalen Konzerne zu bedienen. Die restriktiven Auflagen, die IWF und Weltbank den von wirtschaftlicher Rezession bedrohten Staaten auferlegten, führten zur Verarmung eines großen Teils ihrer Bevölkerung. Am Beispiel Russlands und mehrerer ostasiatischer Staaten schildert Stiglitz die Folgen dieser fatalen Finanzpolitik.
Erich Kästner: Fabian – die Geschichte eines Moralisten
Der 32-jährige Jakob Fabian arbeitet als Werbetexter bei einer Zigarettenfirma. Sein Leben verläuft plan- und ziellos. Er knüpft immer wieder sporadische Beziehungen zu Frauen an, ohne sich auf eine festzulegen. Ihm mangelt es an konkreten Zielen, an denen er sein Leben ausrichten und diesem so einen Sinn verleihen könnte.
Fabian ist ein Außenseiter, ein Moralist, seine Waffe ist die Beobachtung, die Distanz, die durch sarkastische Bemerkungen hergestellt wird. Sein Anspruch besteht darin, zuzusehen, “ob die Welt Talent zur Anständigkeit hat”. Kästner stellt dem Moralisten Fabian menschliche Korrumpierbarkeit, Gewissenlosigkeit und Anpassung entgegen. So finden sich im Buch eine ganze Reihe von wirklich gelungenen satirischen Spitzen, wie z.B. eine Tombola, bei der Nahrungsmittel verlost werden oder eine Pöbelei von Menschen als Abendunterhaltung. Kästners Beschreibungen der Menschen sind bissig und schonungslos. Charakteristisch für die Moral der Menschen ist das Verhalten des Redakteurs Müntzer, der etwas unterstützt, an das er nicht glaubt und dessen Falschheit er durchschaut. Von Müntzer heißt es, dass er sein Gewissen chloroformiert hat.
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